Praxis: Zwei Kunden berichten
Carbon Tracker: «Bei Ausschreibungen manchmal entscheidend»
Der Carbon Tracker ist ein Tool, das den CO₂-Fussabdruck unserer Produkte misst und unseren Kunden ermöglicht, fundierte Entscheidungen zu treffen, um die Umweltauswirkungen ihrer Einkäufe aktiv zu reduzieren.
«Der Carbon Tracker schliesst eine Lücke»
Ezio Festini ist Nachhaltigkeits- und Prozessmanager beim Energie-versorgungsunternehmen St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK).
Herr Festini, wo lagen die grössten Herausforderungen beim Thema Nachhaltigkeitsreporting?
Vor allem bei der Datenverfügbarkeit und Qualität der indirekten Treibhausgase, den sogenannten Scope-3-Emissionen. Für Stromverbrauch oder Mobilität sind Daten vergleichsweise sehr gut verfügbar. Bei eingekauften Produkten fehlten dagegen oft belastbare und standardisierte CO₂-Daten. Entsprechend hoch war der manuelle Aufwand für die Auswertung.
Warum ist das für die SAK besonders wichtig?
Die SAK spürt intern wie extern hohe Anforderungen an Transparenz und Nachvollziehbarkeit eines glaubwürdigen Reduktionspfads. Als öffentlich-rechtlicher Energieversorger steht das Unternehmen beim Klimaschutz besonders im Fokus. Zudem haben wir uns freiwillig das Ziel gesetzt, bis 2040 Netto-Null zu erreichen. Unsere Verantwortung umfasst die ganze Lieferkette mit der Beschaffung, nicht nur die Stromproduktion. Deshalb ist es entscheidend, dass möglichst viele Lieferanten mitmachen und uns Daten dazu liefern.
Bestellen Sie Ihren Carbon Tracker-Report
Mit dem Carbon Tracker-Report erhalten Sie detaillierte Informationen zu Ihrem CO₂-Fussabdruck. Der Carbon Tracker-Report wird individuell für Sie erstellt.
Wie hilft Ihnen der Carbon Tracker dabei?
Der Carbon Tracker schliesst eine zentrale Lücke im Scope-3-Reporting. Er liefert Kennzahlen zu Produktkategorien über den Lebenszyklus hinweg und schafft damit erstmals eine belastbare Grundlage für Diskussionen zwischen Nachhaltigkeit und Einkauf.
Hat sich im Alltag dadurch etwas verändert?
Ja. Nun verfügen wir erstmals überhaupt über solche Emissionsdaten. Nun wird sichtbar, welche Produktgruppen in der Beschaffung den grössten Hebel haben. Unsere Entscheidungen lassen sich besser diskutieren und nachvollziehen. Teilweise zeigt sich sogar: Trotz höherem Umsatz konnten wir unsere Emissionswerte senken. Der Report ist heute ein fester Bestandteil unserer Treibhausgasbilanz.
Wo braucht es aus Ihrer Sicht noch Verbesserungen?
Mit dem Carbon Tracker sind wir auf dem richtigen Weg. Für die Zukunft wünsche ich mir eine noch breitere Abdeckung bis auf Produktebene, nicht nur auf Produktkategorien. So kann man Entscheidungen für Produkt A oder B nicht nur aufgrund des Preises, sondern des Fussabdrucks des Produkts treffen und noch stärker auf die Nachhaltigkeit einwirken.
«Es kann bei Ausschreibungen entscheidend sein»
Curdin Denoth ist seit 2018 Inhaber der Elektro Maag + Rüedi AG in Chur. Das Elektrounternehmen mit 16 Mitarbeitenden deckt sämtliche Bereiche der Elektrotechnik ab. Für Neu- und Umbauten bietet es umfassende Dienstleistungen von der Planung bis zur Ausführung an.
Herr Denoth, wo sind Daten zum Thema Nachhaltigkeit bei Ihrem Unternehmen besonders gefragt?
Vor allem bei öffentlichen Ausschreibungen ist der Bedarf nach belastbaren Umweltdaten sehr hoch. Dort zählt längst nicht mehr nur der Preis.
Welche Kriterien spielen denn zusätzlich eine Rolle?
Zunehmend fliessen auch Kriterien wie Kreislaufwirtschaft, Lieferketten oder Recycling in die Bewertung ein. Die Nachhaltigkeitsdaten werden in der Gesamtofferte mit rund einem Fünftel gewichtet. Das kann also ein entscheidender Faktor sein, ob man einen Auftrag erhält oder nicht. Hier wollen wir sicherstellen, dass wir immer eine möglichst hohe Punktzahl erreichen.
Haben Sie intern durch den Einsatz des Carbon Trackers konkrete Verbesserungen oder Effizienzgewinne beobachtet?
Die manuelle Erfassung von Umweltdaten ist nicht ganz einfach und aufwendig. Ich bin froh, dass der Carbon Tracker einfache, belastbare Daten liefert, die wir benötigen. Das erleichtert mir die Arbeit beim Ausfüllen der benötigten Unterlagen.
Welche Einsichten haben Sie mit dem Report erhalten?
Der Report vergleicht das Jahr 2025 mit dem Vorjahr. Dabei haben wir gesehen, dass wir trotz höherem Bestellumfang den CO₂-Fussabruck weitgehend konstant halten konnten. Das war interessant und ist ein Hinweis darauf, dass sich auch Produkte in dieser Hinsicht stets weiterentwickeln.
Welche Anforderungen werden künftig beim Thema Nachhaltigkeit entstehen?
Ich gehe davon aus, dass Nachhaltigkeit auch bei Privat- und Unternehmenskunden künftig noch stärker gewichtet wird. Wer sich damit auseinandersetzt und entsprechende Daten liefern kann, ist im Vorteil.
Update des Carbon Trackers
Die aktualisierte und ab jetzt verfügbare Version des Carbon Trackers bietet eine noch bessere Datengrundlage. Nun liegen für mehr Produkte konkrete CO₂-Werte vor. So erhalten Unternehmen ein vollständigeres Bild ihrer Emissionen.
Das bedeutet für Sie:
- Mehr Transparenz: Durch die höhere Abdeckungsrate können auch höhere Emissionswerte entstehen. Das ist jedoch kein Rückschritt, sondern eine genauere Abbildung der Realität.
- Bessere Entscheidungen: Durch verlässlichere Daten lassen sich CSR-Massnahmen fundierter planen und steuern.
Die beiden Kundenbeispiele zeigen: Nachhaltigkeitsreporting wird für viele Unternehmen immer wichtiger. Ob bei Ausschreibungen, in der Beschaffung oder in der strategischen Ausrichtung – Unternehmen brauchen verlässliche Umweltdaten, um den eigenen CO₂-Fussabdruck zu bewerten.
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